Die Venloerin Anita Thijssen (58) hält im Leben viele Bälle hoch. Sie ist Mutter von zwei Jungen, Ehefrau von Hans Dick Terhenne und Inhaberin des dreiflügeligen Modehauses Carrièra damesmode. Als wäre das nicht genug, hat Anita auch noch viele Nebenämter inne. Sie ist eine echte Powerfrau, für die es kein Stillsitzen gibt. "Managen ist meine Leidenschaft."
Tiptop sieht Anita in ihrem blauen Anzug in ihrem Modegeschäft in der Klaasstraat in Venlo. Heute ist sie im Grunde ihres Herzens eine Geschäftsfrau, aber nach ihrem Studium arbeitete sie zunächst als Chefsekretärin. "Ich habe jahrelang für Oerlemans Diepvries Centrale B.V. gearbeitet. Der Direktor und Inhaber schenkte mir viel Vertrauen und ließ mich immer mehr Aufgaben übernehmen. Von der Chefsekretärin entwickelte ich mich zu einer vielseitigen Managementassistentin, die internationale Messen und Management-Meetings organisierte. Auf diese Weise entdeckte ich, dass Management meine Leidenschaft und meine starke Seite ist."
Mit 35 Jahren wurde Anita klar, dass sie sich nach einem eigenen Geschäft sehnte. "Der Traum vom eigenen Geschäft war schon seit Jahren in meinem Hinterkopf, aber als ich 1999 beim Einkaufen in Tegelen auf eine schöne, leer stehende Immobilie stieß, war ich Feuer und Flamme. Sechs Monate später öffnete ich die Türen von Carrièra Womenswear".
Angst, sich selbständig zu machen, hat Anita also nicht. "Das Unternehmertum liegt mir teilweise im Blut. Meine Eltern haben schon immer ein eigenes Geschäft besessen, bei ihnen habe ich gesehen, wie sich Erfolg und schwierigere Zeiten regelmäßig und plötzlich abwechseln können. Darauf war ich weitgehend vorbereitet."
Mit ihrer Leidenschaft, sich noch mehr in die Geschäftsführung einzubringen, eröffnete Anita 2007 ihre zweite Filiale. Inzwischen wurde Sohn Simon (2006) geboren. Anita hegt auch noch einen Traum: die Patenschaft für ein Pflegekind. "In Take Five kam ich in Kontakt mit einer Betreuerin der William Schrikker Group. Sie erzählte mir eine Geschichte, die mich sehr berührte: von einem kleinen Jungen, der seit eineinhalb Jahren eine Pflegefamilie suchte. Mein Mann und ich haben sechs Monate lang darüber nachgedacht; sieben Monate später kam der damals vierjährige Justin in unsere Familie. Wir tun dies mit viel Liebe und es ist vielleicht - auch wenn es manchmal schwierig ist - die beste Entscheidung, die wir je getroffen haben.
Neben ihrem Familienleben und ihrem eigenen Unternehmen übt Anita viele weitere Funktionen aus. "Ich bin Gründerin und Vorstandsmitglied des BIZ in Tegelen, habe mit etwa sechs Venloer Unternehmern die Festina Lentestraatjes gegründet, arbeite derzeit in einer Arbeitsgruppe mit, um Venloer Unternehmer noch stärker in die Innenstadt einzubinden, und wurde kürzlich gebeten, Mitglied des Kundenrats der Mutsaersstichting zu werden.
Ein unterprivilegiertes Kind in unsere Familie aufzunehmen, ist vielleicht die beste Entscheidung, die ich je getroffen habe!
Als ihr jüngster Sohn gerade zur Familie gestoßen war, wollte Anita zunächst eine einjährige Auszeit nehmen, aber sie kam bald wieder davon zurück. "Zu Hause zu bleiben und den Haushalt zu machen, während meine Kinder in der Schule sind, ist nichts für mich", sagt sie. Obwohl Mütter, die Vollzeit arbeiten, von der Gesellschaft oft negativ gesehen werden, hat sich Anita bewusst dafür entschieden. "Ich bin Unternehmerin, arbeiten macht mich glücklich. Als Frau kann man Mutterschaft und Arbeit sehr gut miteinander verbinden. Ich möchte den Frauen auch vermitteln, dass finanzielle Unabhängigkeit wertvoll ist. Man muss nicht Vollzeit arbeiten, aber dafür sorgen, dass man auf eigenen Beinen stehen kann. Das ist so wichtig!"
Nach Ansicht von Anita könnten viel mehr Frauen Spitzenpositionen einnehmen. "Frauen können viel mehr erreichen, wenn sie es nur wollen und anpacken! Ich hoffe auf eine Ministerpräsidentin und eine Bürgermeisterin in Venlo. Bei politischen Entscheidungen werde ich aber immer auf den besten Kandidaten schauen und nicht auf das Geschlecht." Anita hat natürlich auch selbst noch Ambitionen. Sie engagiert sich sehr für die Entwicklungen in ihrer Region, für die Menschen, die dort leben und arbeiten, und für die Unternehmer und Organisationen, die für lokale und regionale Einrichtungen und Arbeitsplätze sorgen. Deshalb würde sie eine Verwaltungsposition in der Politik sehr ernsthaft in Betracht ziehen. "Erwin Boom macht einen tollen Job als Stadtrat, insgeheim hoffe ich, eines Tages sein Nachfolger zu werden."

